In eigener Sache: Emotionen gehören zum Fußball – Professionalität auch.
Mir ist bewusst, dass eine 0:3-Heimniederlage, gepaart mit einer Roten Karte gegen einen Mitspieler aus dem Trainerstab, die Stimmung drückt. Dass man unter solchen Umständen nach dem Abpfiff nicht unbedingt zu einem Interview bereit ist, verstehe ich vollkommen. Dennoch war der Umgangston am Spielfeldrand an diesem Tag für mich eine neue Erfahrung. Auch wenn die Emotionen hochkochen, halte ich eine Verabschiedung mit den Worten „Verpiss dich“ für grenzwertig.
Werde ich deshalb der SG Kaulsdorf die Nutzung meiner Fotos untersagen? Nein. Ich stehe zu meinem Wort: Jeder darf meine Bilder unentgeltlich nutzen, solange sie nicht kommerziell verwendet werden. Auch wenn die Vorbehalte gegenüber einem freien Pressefotografen nach einem solchen Spielverlauf groß sein mögen, ist dies seit über 27 Jahren meine freiberufliche Leidenschaft. Ich übe meine Arbeit mit Herzblut aus, und dazu gehört es eben auch, bei hitzigen Partien vor Ort zu sein.
Aufgrund der aktuellen Situation habe ich mich zudem entschieden, redaktionelle Anpassungen bei den Videoinhalten vorzunehmen. Da mich nach dem Spiel einige Akteure fragten, ob ich eine ausdrückliche Erlaubnis für Videoaufnahmen von ihnen hätte, werde ich – vielleicht zum Leidwesen der Zuschauer – ausschließlich das Kurzinterview mit dem Trainer des FSV Blau-Weiß Stadtilm online stellen. Das Risiko einer kostspieligen Abmahnung ist in diesem Umfeld schlichtweg zu groß, und dieses finanzielle Risiko kann und möchte ich als freier Fotograf nicht eingehen.
FSV Stadtilm nutzt Überzahl eiskalt aus
Es war ein Nachmittag, der für die SG Kaulsdorf eigentlich vielversprechend begann, am Ende aber in großer Enttäuschung mündete. Vor rund 80 Zuschauern entwickelte sich von Beginn an eine umkämpfte Partie, in der die Gastgeber zunächst die besseren Möglichkeiten verbuchten.

Chancenwucher in der ersten Halbzeit Bereits in der 10. Minute hatte Christoph Blumentritt die Führung auf dem Fuß, kurz darauf scheiterte der eingewechselte Julian Esefeld (14.). Kaulsdorf drückte, doch Stadtilms Schlussmann Daniel Gössinger erwies sich als sicherer Rückhalt, besonders bei der Großchance von Daniel Walther in der 18. Minute. Aber auch die Gäste aus Stadtilm versteckten sich nicht: Tobias Weber traf in der 39. Minute nur den Pfosten, nachdem zuvor bereits Fabrice Reifenberg das Aluminium geprüft hatte (37.). Mit einem torlosen Remis ging es in die Kabinen.
Platzverweis als Wendepunkt Kurz nach dem Wiederanpfiff folgte die Szene, die dem Spiel eine völlig neue Richtung gab. In der 56. Minute sah Marcus Röppischer wegen einer Beleidigung die Rote Karte. Die folgende Unruhe und die Unterzahl der Hausherren spielte dem FSV Stadtilm in die Karten.

Stadtilm schlägt eiskalt zu In der 64. Minute war es schließlich soweit: Nach Vorarbeit von Kevin Hoffmann stand Tobias Weber goldrichtig und schob zu seinem 7. Saisontor ein – das 0:1 für die Gäste. Kaulsdorf bemühte sich zwar um eine Antwort, doch die Effizienz lag nun klar auf Seiten der Stadtilmer.
In der 78. Minute erhöhte Richard Heß auf 0:2. Obwohl die Gastgeber ein Handspiel in der Entstehung reklamierten, blieb der Pfiff aus. Heß gewann das Duell gegen Wolf und schob ins leere Tor ein. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Lars Fahrenberger in der 82. Minute, der nach erneuter Vorlage von Hoffmann zum 0:3-Endstand vollendete.

In der Nachspielzeit versuchte Tom Piastowski noch einmal Ergebniskosmetik zu betreiben, doch sein „Strahl“ aus der Distanz reichte nicht mehr aus, um Gössinger zu überwinden.
Fazit: Die SG Kaulsdorf ließ in der ersten Halbzeit zu viele Chancen liegen und schwächte sich durch den Platzverweis in der zweiten Hälfte selbst. Stadtilm bewies Geduld und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und nahm die drei Punkte letztlich verdient mit nach Hause.

Statistik zum Spiel:
- Tore: 0:1 Weber (64.), 0:2 Heß (78.), 0:3 Fahrenberger (82.)
- Bes. Vorkommnisse: Rote Karte gegen M. Röppischer (56., Beleidigung)
- Schiedsrichter: Pepe Fischer
- Zuschauer: ca. 80

